Gewerbeversicherung Graz

Mein Betrieb ist versichert. Wogegen genau, müsste ich nachsehen

Die meisten betrieblichen Verträge entstehen bei der Gründung, in Eile, neben allem anderen. Danach werden sie selten wieder aufgemacht. Dabei verändert sich ein Betrieb ständig: neue Tätigkeiten, mehr Umsatz, andere Räume, andere Technik. Der Vertrag von damals kennt nichts davon.

Drei Fragen am Anfang

  • Gibt es Räume, Einrichtungen und Waren – oder arbeite ich ortsunabhängig?
  • Wie lange hält der Betrieb ohne Umsatz durch?
  • Wovon hängt der Betrieb ab – von Anlagen oder von mir?

Aus diesen drei Antworten ergibt sich schon der halbe Bedarf. Ein Ein-Personen-Unternehmen ohne Geschäftslokal braucht etwas grundsätzlich anderes als ein Handelsbetrieb mit Lager.

Privat und betrieblich

Warum betriebliche Verträge anders funktionieren

Als Unternehmerin oder Unternehmer bin ich rechtlich keine Konsumentin und kein Konsument. Die Schutzmechanismen des Konsumentenschutzgesetzes greifen für mich nur eingeschränkt: Ich gelte als sachkundig, Vertragsbedingungen werden strenger nach ihrem Wortlaut ausgelegt, und die Beweislast liegt häufiger bei mir.

Das ist kein Detail für Juristinnen und Juristen. Es verschiebt das Gewicht: Was privat noch großzügig zu meinen Gunsten ausgelegt würde, wird betrieblich so gelesen, wie es dasteht. Deshalb ist die Auswahl der Deckung hier wichtiger als im privaten Bereich – und die Prüfung des Kleingedruckten der eigentliche Teil der Arbeit.

Längere Bindung

Privatverträge lassen sich nach spätestens drei Jahren lösen. Im gewerblichen Bereich sind längere Laufzeiten zulässig, bis hin zu zehn Jahren. Kürzere gibt es, sie sind meist etwas teurer. Was vereinbart wurde, gilt aber – und das ist ein Punkt, den man vor der Unterschrift bedenken sollte, nicht danach.

Keine Versicherungspflicht

Eine allgemeine Pflicht, den eigenen Betrieb zu versichern, gibt es in Österreich nicht. Für einzelne Berufe schon: Wer eine Pflichtversicherung braucht, weiß das meist aus der Gewerbeberechtigung oder der Standesvertretung. Alles andere ist eine unternehmerische Entscheidung.

Der Betrieb wächst mit

Umsatz, Lohnsumme, Warenwert und Tätigkeitsbeschreibung stehen im Vertrag. Verändern sie sich deutlich, ohne dass es gemeldet wird, passt die Deckung nicht mehr zum Betrieb. Das fällt fast immer erst im Schadensfall auf – und dann ist es zu spät für eine Korrektur.

Leistungen für Betriebe

Die Bereiche im Überblick

Betriebliche Risiken lassen sich in drei Gruppen ordnen: Was dem Betrieb gehört und was er erwirtschaftet. Wofür er einstehen muss. Und die Menschen, ohne die er nicht läuft. Fast jeder Bedarf lässt sich einer dieser Gruppen zuordnen.

Sachwerte und Ertrag

Gebäude, Einrichtung, Waren, Technik – und der Umsatz, der ausbleibt, wenn davon etwas ausfällt.

Haftung und Recht

Ansprüche, die von außen kommen – und die Kosten, wenn ich selbst etwas durchsetzen muss.

  • Betriebshaftpflichtversicherung
  • Berufshaftpflichtversicherung
  • Betriebs-Rechtsschutzversicherung
  • D&O-Versicherung

Menschen im Betrieb

Vorsorge für die Belegschaft – und die eigene Absicherung, wenn der Betrieb an einer Person hängt.

Die Grenzen sind dabei durchlässig. Eine Cyberattacke ist ein Ertragsthema und ein Haftungsthema zugleich, weil neben dem eigenen Stillstand auch Ansprüche betroffener Kundinnen und Kunden im Raum stehen. Und wer als Ein-Personen-Unternehmen ausfällt, hat kein Sachproblem, sondern ein Personenproblem – mit denselben Folgen für die Fixkosten.

Reihenfolge

Womit anfangen, wenn das Budget begrenzt ist

Es gilt dieselbe Faustregel wie im privaten Bereich: kleine, häufige Schäden selbst tragen, große und seltene abgeben. Nur ist die Grenze im Betrieb an einer anderen Stelle – und sie hängt weniger am Vermögen als an der Frage, wie lange der Betrieb ohne Umsatz durchhält.

Praktisch heißt das: Zuerst kommt das, was die Existenz beendet, nicht das, was ärgert. Ein defekter Laptop ist ärgerlich. Eine Schadenersatzforderung nach einem Beratungsfehler oder ein Betriebsstillstand über Monate ist etwas anderes.

Ohne eigene Betriebsstätte

Beratung, Planung, Gestaltung, Coaching, IT – gearbeitet wird beim Kunden, zu Hause oder unterwegs. Hier liegt das größte Risiko nicht bei Feuer oder Einbruch, sondern in der eigenen Leistung: ein Rechenfehler, eine versäumte Frist, eine Fehlberatung. Zuerst die Absicherung gegen Vermögensschäden, dann der Ausfall der eigenen Arbeitskraft, dann die Ausstattung.

Mit Lokal, Lager oder Werkstatt

Sobald es Räume gibt, in denen Werte stehen und Menschen ein- und ausgehen, kommt die Betriebsstätte als eigenes Risiko dazu. Hier steht die Betriebsgesamtversicherung am Anfang, gemeinsam mit der Haftung für alles, was auf dem Gelände passiert. Der Ertragsausfall folgt unmittelbar danach.

Versicherung vergleichen

So läuft der Vergleich ab

Vier Schritte, ohne Verpflichtung. Der erste kostet nichts, der zweite auch nicht.

01

Erstgespräch

Kostenlos und unverbindlich, bei Ihnen oder telefonisch. Bestehende Polizzen sehe ich mir dabei an – manches ist bereits abgedeckt, ohne dass es bewusst ist.

02

Risiken aufnehmen

Tätigkeit, Räume, Umsatz, Lohnsumme, Technik, Warenwert. Und die Frage, wie lange der Betrieb einen Stillstand aushält. Daraus ergibt sich, welche Bausteine gebraucht werden – und welche nicht.

03

Marktvergleich

Angebote mehrerer Versicherer, gegenübergestellt anhand der Bedingungen: Umfang der Tätigkeitsbeschreibung, Selbstbehalte, Sublimits, Laufzeit. Die Prämie steht dabei nicht an erster Stelle.

04

Betreuung

Nach dem Abschluss bleibt die Polizze in Betreuung – bei neuen Tätigkeiten, Umbauten oder deutlichem Wachstum prüfen wir die hinterlegten Angaben nach, und im Schadensfall unterstütze ich Sie bei der Abwicklung.

Häufige Fragen

Was Betriebe vorher wissen möchten

Welche Betriebe betreue ich?

Ein-Personen-Unternehmen und kleine bis mittlere Betriebe in Graz und Umgebung: Dienstleistung und Beratung, Handel, Gastronomie, Ordinationen und Praxen, kleinere Handwerksbetriebe, Vereine. Die gewerbliche Baubranche ist nicht mein Feld – dort sind Spezialistinnen und Spezialisten für Bauwesen und Baumeisterhaftung die bessere Adresse.

Reicht meine private Haushaltsversicherung für das Arbeitszimmer?

Für die private Einrichtung ja, für die betriebliche in aller Regel nicht. Sobald Geräte, Ware oder Unterlagen betrieblich genutzt werden, fallen sie aus der Haushaltsversicherung heraus oder sind nur bis zu einer kleinen Teilgewerbe-Grenze gedeckt. Ebenso wenig deckt die Privathaftpflicht Schäden, die bei der Berufsausübung entstehen. Das sind die zwei Lücken, die im Homeoffice am häufigsten übersehen werden.

Was passiert mit den Verträgen, wenn ich den Betrieb übergebe?

Sie laufen weiter. Wer einen Betrieb übernimmt, übernimmt grundsätzlich auch dessen Versicherungsverträge samt Rechten und Pflichten – das ist so gewollt, damit der Betrieb in der Übergabe nicht plötzlich ohne Schutz dasteht. Wird der Betrieb dagegen geschlossen und fällt das versicherte Risiko damit weg, endet der Vertrag, ohne dass eine Kündigungsfrist einzuhalten wäre.

Ich bin nebenberuflich selbstständig. Brauche ich das überhaupt?

Die Haftung fragt nicht nach dem Beschäftigungsausmaß. Wer nebenberuflich berät, gestaltet oder verkauft, haftet für Fehler genauso wie ein Vollzeitbetrieb – und zwar mit dem Privatvermögen, wenn keine Kapitalgesellschaft dahintersteht. Der Umfang der Deckung fällt kleiner aus, die Frage nach dem Ob nicht.

Kann ich alles bei einem Versicherer bündeln?

Man kann, und oft ist es sinnvoll – eine gebündelte Polizze ist übersichtlicher und meist günstiger als mehrere Einzelverträge. Zwingend ist es nicht. Gerade bei Berufshaftpflicht und Cyber gibt es Anbieter, die auf einzelne Berufsgruppen spezialisiert sind und dort deutlich weiter gehen als ein Allroundpaket. Ob ein Haus oder mehrere die bessere Lösung sind, zeigt erst der Vergleich.

Weiterführend

Was daneben noch dazu gehört

Zwischen privat und betrieblich verläuft keine saubere Linie. Das Fahrzeug, die Wohnung, die eigene Arbeitskraft – all das wirkt in beide Richtungen und gehört im Erstgespräch mit auf den Tisch.

Nächster Schritt

Erst kennenlernen, dann entscheiden

Im Erstgespräch gehen wir Ihre bestehenden betrieblichen Verträge durch und sehen nach, ob die hinterlegte Tätigkeit noch zu dem passt, was Sie heute tun. Kostenlos, unverbindlich, in Graz und Graz-Umgebung auch bei Ihnen vor Ort.